Evidenz Therapie

Die Wirksamkeit technologiegestützter Rehabilitationsverfahren ist in der neurologischen Rehabilitation heute durch eine wachsende Zahl hochwertiger klinischer Studien belegt. Für Indikationen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS) liegen randomisierte kontrollierte Studien, systematische Übersichtsarbeiten und Cochrane-Reviews vor, die den Nutzen robotergestützter Therapie, Virtueller Realität und digitaler Spiegeltherapie für motorische Funktion, Gleichgewicht, Gangbild und Schmerzreduktion nachweisen.

Wir setzen diese Erkenntnisse konsequent in die klinische Praxis um. Jede Therapieentscheidung orientiert sich an der aktuellen Evidenzlage und wird individuell auf das neurologische Störungsbild, den Rehabilitationsstand und die funktionellen Ziele Ihrer Patient*innen abgestimmt. Die Auswahl des geeigneten Therapiegeräts erfolgt durch unsere erfahrenen Therapeut*innen auf Basis einer strukturierten Eingangsdiagnostik. Wir verstehen unsere Aufgabe als Brücke zwischen wissenschaftlicher Evidenz und individueller Patient*innenversorgung.

Inhaltsverzeichnis

Studien zur Robotiktherapie

Studien zur VR-Therapie

Studien zu (Digitaler) Spiegeltherapie

Evidenz Robotiktherapie

Zanatta et al. (2023). Combining robot-assisted therapy with virtual reality or using it alone? A systematic review on health-related quality of life in neurological patients / Roboterunterstützte Therapie in Kombination mit Virtual Reality oder allein? Eine systematische Übersicht zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei neurologischen Patienten.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit untersuchte die Auswirkungen robotergestützter Therapie (RAT) allein sowie in Kombination mit Virtual Reality auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) bei neurologischen Patient*innen, darunter Personen nach Schlaganfall, mit Multipler Sklerose, Rückenmarksverletzungen und Parkinson-Krankheit. Insgesamt wurden 70 Studien eingeschlossen.

Ergebnisse: Trotz erheblicher Heterogenität hinsichtlich Studiendesign, Interventionen und eingesetzter Technologien zeigte sich starke Evidenz für die Wirksamkeit von RAT und RAT kombiniert mit VR auf die HRQoL. Signifikante Effekte wurden vorwiegend innerhalb der Behandlungsgruppen beobachtet, Längsschnittuntersuchungen zeigten die stärksten Effekte bei Schlaganfall- und MS-Patient*innen.

Link zur Studie: https://doi.org/10.1186/s12955-023-02097-y

Kiyono et al. (2024). Effectiveness of Robotic Devices for Medical Rehabilitation: An Umbrella Review. / Wirksamkeit robotergestützter Geräte in der medizinischen Rehabilitation: Eine Übersichtsarbeit.

Untersuchung: Diese Umbrella-Review fasste systematische Reviews randomisierter kontrollierter Studien zur Wirksamkeit robotischer Rehabilitationsgeräte bei verschiedenen Erkrankungen zusammen. Die Suche erfolgte in vier Datenbanken; die Evidenzstärke der eingeschlossenen Metaanalysen wurde kategorisiert. Insgesamt wurden 62 SRs mit 341 RCTs und14.522 Teilnehmenden identifiziert.

Ergebnisse: Robotisch unterstütztes Training verbesserte bei Schlaganfallpatient*innen die motorische Kontrolle und Alltagsaktivitäten (Oberkörpergeräte) sowie die Gehfähigkeit (Unterkörpergeräte). Die Ergebnisse belegen den Nutzen robotischer Geräte zur Reduktion von Beeinträchtigungen bei verschiedenen Erkrankungen; für nicht-schlaganfallbedingte Indikationen besteht weiterer Forschungsbedarf.

Link zur Studie: https://doi.org/10.3390/jcm13216616

Amirbekova et al. (2025). Systematic review and meta-analysis of effectiveness of robotic therapy in the recovery of motor functions after stroke. / Systematische Übersicht und Metaanalyse zur Wirksamkeit der Robotertherapie bei der Wiederherstellung motorischer Funktionen nach einem Schlaganfall.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit robotergestützter Therapie bei der Wiederherstellung motorischer Funktionen nach Schlaganfall. Analysiert wurden der Einfluss der Schlaganfallphase (akut, subakut, chronisch), des Patient*innenalters und der Therapiedauer. Die Auswertung erfolgte mittels Random-Effects-Modell.

Ergebnisse: Robotergestützte Therapie erzielte eine moderate, aber statistisch signifikante Verbesserung gegenüber konventioneller Rehabilitation. Die stärksten Effekte zeigten sich in der akuten und subakuten Phase; die chronische Phase profitierte in geringerem Maße. Jüngeres Alter und eine Interventionsdauer von mehr als sechs Wochen waren mit besseren Ergebnissen assoziiert.

Link zur Studie: https://doi.org/10.3389/fnhum.2025.1622661

Park et al. (2024). Robot-Assisted Gait Training in Individuals With Spinal Cord Injury: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. / Robotergestütztes Gangtraining bei Menschen mit Rückenmarksverletzungen: Eine systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit robotergestützten Gangtrainings (RAGT) bei Patient*innen mit Rückenmarksverletzungen (SCI). Die Effektstärken wurden mittels Random-Effects-Modell berechnet und die Evidenzqualität nach GRADE bewertet. Insgesamt wurden 23 Studien mit 690 Teilnehmenden analysiert.

Ergebnisse: RAGT verbesserte die Aktivitäten des täglichen Lebens, die Muskelkraft und die Gehfähigkeit signifikant. Die Effekte waren bei subakuten Patient*innen und bei Interventionsdauern von mehr als zwei Monaten besonders ausgeprägt. Zur Bestimmung optimaler Behandlungsprotokolle und geeigneter Patient*innengruppen sind weitere Studien erforderlich.

Link zur Studie: https://doi.org/10.5535/arm.230039

Pausic et al. (2021). Robotics in physical medicine and neurorehabilitation. / Robotik in der Physikalischen Medizin und Neurorehabilitation

Untersuchung: Diese Literaturübersicht untersuchte den Einsatz robotischer Systeme in der physikalischen Medizin und Neurorehabilitation mit Fokus auf aktuelle Gerätegenerationen für Rumpf sowie obere und untere Extremitäten.

Ergebnisse: Der Einsatz robotischer Systeme kann eine schnellere und vollständigere funktionelle Genesung ermöglichen. Die Wirksamkeit wird auf das Prinzip der Neuroplastizität zurückgeführt. Zugleich bieten robotische Therapieverfahren motivierende Behandlungserfahrungen, die die Therapieadhärenz fördern.

Link zur Studie: https://doi.org/10.5535/arm.230039

Evidenz VR-THerapie

Prajjwal P et al. (2024). The efficacy of virtual reality-based rehabilitation in improving motor function in patients with stroke. / Die Wirksamkeit der auf Virtual Reality basierenden Rehabilitation bei der Verbesserung der motorischen Funktionen bei Schlaganfallpatienten.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte anhand randomisierter kontrollierter Studien die Wirksamkeit von Virtual-Reality-basierter Rehabilitation auf die motorische Funktion und die Lebensqualität von Schlaganfallpatient*innen im Vergleich zur konventionellenTherapie.

Ergebnisse: VR-basierte Rehabilitation führte zu signifikanten Verbesserungen der motorischen Funktion und der Lebensqualität. Als wesentliche Vorteile gegenüber der traditionellen Therapie wurden verbessertes Biofeedback und eine erhöhte Patient*innenmotivation identifiziert.

DOI:10.1097/MS9.0000000000002403

Zhang B et al. (2021). Virtual reality for limb motor function, balance, gait,cognition and daily function of stroke patients. J Adv Nurs / Virtuelle Realität zur Förderung der motorischen Funktionen der Gliedmaßen, des Gleichgewichts, des Gangbildes, der kognitiven Fähigkeiten und der Alltagsfunktionen bei Schlaganfallpatienten. J Adv Nurs

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse evaluierte die Effekte von Virtual-Reality-Interventionen auf die Motorik der oberen und unteren Extremitäten, das Gleichgewicht, das Gangbild, die kognitive Funktion sowie die Alltagsfunktionen von Schlaganfallpatient*innen.

Ergebnisse: VR-Interventionen verbesserten die motorische Funktion der Extremitäten, das Gleichgewicht, den Gang und die Alltagsfunktionen signifikant. Für die kognitive Funktion konnten keine signifikanten Vorteile gegenüber der Kontrollgruppe nachgewiesen werden.

DOI: 10.1111/jan.14800

Kashif M et al. (2022). Systematic review of the application of virtual reality to improve balance, gait and motor function in patients with Parkinson‘s disease / Systematische Übersicht über den Einsatz von Virtual Reality zur Verbesserung des Gleichgewichts, des Gangbildes und der motorischen Funktionen bei Patienten mit Parkinson-Krankheit

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit analysierte randomisierte kontrollierte Studien aus fünf Datenbanken zum Einsatz von Virtual Reality zur Verbesserung von Gleichgewicht, Gangbild und motorischen Fähigkeiten bei Patient*innen mit Parkinson-Krankheit.

Ergebnisse: Der Einsatz von Virtual Reality führte zu signifikanten Verbesserungen des Gleichgewichts, des Gangs und der motorischen Funktion. VR wurde als wirksame unterstützende Methode in der physikalischen Rehabilitation bei Parkinson identifiziert.

DOI: 10.1097/MD.0000000000029212

Tortora et al. (2024). Virtual reality and cognitive rehabilitation for older adults with mild cognitive impairment. / Virtuelle Realität und kognitive Rehabilitation für ältere Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit untersuchte die Wirksamkeit VR-basierter kognitiver Rehabilitationstherapie (VR-CRT) im Vergleich zu konventionellen kognitiven Trainingsansätzen bei älteren Erwachsenen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI).

Ergebnisse: VR-CRT ist der konventionellen kognitiven Rehabilitation mindestens ebenbürtig und bietet durch ökologische Validität und adaptive Anpassung therapeutische Vorteile. Für eine abschließende Bewertung der Wirksamkeit und des Einflusses des Immersionsgrades ist weitere methodisch rigorose Forschung erforderlich.

DOI: 10.1016/j.arr.2023.102146

Catania V et al. (2023). Virtual Reality for the Rehabilitation of Acquired Cognitive Deficits. / Virtuelle Realität zur Rehabilitation erworbener kognitiver Defizite.

Untersuchung: Diese narrative Übersichtsarbeit untersuchte den Einsatz von Virtual Reality in der Rehabilitation kognitiver Störungen bei Personen mit neurologischen Erkrankungen, darunter Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma und neurodegenerative Erkrankungen.

Ergebnisse: VR bietet vielversprechende Möglichkeiten zur Verbesserung kognitiver Funktionen und der Lebensqualität. Die Übersicht bewertet empirische Belege für die Wirksamkeit und diskutiert Vorteile, Einschränkungen sowie ethische Aspekte des VR-Einsatzes in der kognitiven Rehabilitation.

DOI: 10.3390/bioengineering11010035.

Laver et al. (2025). Virtual reality for stroke rehabilitation. / Virtuelle Realität in der Schlaganfallrehabilitation.

Untersuchung: Dieser Cochrane-Review untersuchte die Wirksamkeit von Virtual-Reality-Interventionen im Vergleich zu alternativen Therapien oder keiner Intervention hinsichtlich Motorik, Gang, Gleichgewicht, Kognition, Alltagsaktivitäten, Partizipation und Lebensqualität nach Schlaganfall.

Ergebnisse: Im Vergleich zu alternativen Therapieansätzen verbessert VR die Funktion der oberen Extremitäten, das Gleichgewicht und die Alltagsaktivitäten moderat. Bei additiver Anwendung zur Standardversorgung zeigen sich größere Effekte auf die Armfunktion.

DOI: 10.1002/14651858.CD008349.pub5

Evidenz Digitale Spiegeltherapie

Obadias, E., Adham, A., Bessaguet, H., et al. (2024). Efficacy of a new video observational training method (intensive visual simulation) for motor recovery in the upper limb in subacute stroke: a feasibility and proof-of-concept study. / Wirksamkeit einer neuen videobasierten Beobachtungstrainingsmethode (intensive visuelle Simulation) zur motorischen Erholung der oberen Extremität bei subakutem Schlaganfall: eine Machbarkeits- und Proof-of-Concept-Studie.

Untersuchung: Diese Machbarkeits- und Proof-of-Concept-Studie untersuchte die Wirksamkeit eines neuartigen video-basierten Beobachtungstrainings (Intensive Visual Simulation, IVS) zur motorischen Erholung der oberen Extremität bei Patient*innen im subakuten Stadium nach Schlaganfall.

Ergebnisse: Das IVS-Programm erwies sich als klinisch durchführbar und zeigte starke Effekte auf die motorische Erholung der oberen Extremität. Zur Bestätigung dieser Ergebnisse sind größer angelegte Folgestudien erforderlich.

DOI: 10.2340/jrm.v56.36119.

Donati et al. (2024). Breaking the Role of Graded Motor Imagery and Mirror Therapy in Complex Regional Pain Syndrome. / Die Rolle der abgestuften motorischen Visualisierung und der Spiegeltherapie beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit analysierte randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zur Wirksamkeit von Graded Motor Imagery (GMI) und Spiegeltherapie (MT) bei CRPS-Patienten bezüglich Schmerz, Funktion und Ödemen.

Ergebnisse: Sowohl GMI als auch MT zeigten signifikante klinische Verbesserungen mit einer durchschnittlichen Schmerzreduktion von 20 Punkten auf der Neuropathischen Schmerzskala (NPS) sowie eine Verbesserung der Alltagsfunktion. GMI trug zudem zu einer Reduktion von Schwellungen bei.

DOI: 10.3390/biomedicines12092140

Thieme et al (2018). Mirror therapy for improving motor function after stroke. / Spiegeltherapie zur Verbesserung der Motorik nach einem Schlaganfall.

Untersuchung: Dieser Cochrane-Review untersuchte die Wirksamkeit der Spiegeltherapie im Vergleich zu keiner Behandlung, Placebo oder anderen Therapien zur Verbesserung der motorischen Funktion, der Alltagsaktivitäten und der Schmerzreduktion nach Schlaganfall.

Ergebnisse: Es liegt moderate Evidenz für die Wirksamkeit der Spiegeltherapie zur Verbesserung der motorischen Funktion und der Alltagsaktivitäten vor. Zudem wurden positive Effekte auf Schmerzen beobachtet. Ein klarer Effekt auf visuell-räumliche Neglect-Symptome konnte nicht nachgewiesen werden.

DOI: 10.1002/14651858.CD008449.pub3.

Lin, et al. (2025). Combined action observation and motor imagery practice for upper limb recovery following stroke: a systematic review and meta-analysis. / Kombination aus Aktionsbeobachtung und motorischer Imaginationsübung zur Wiederherstellung der Funktion der oberen Extremitäten nach einem Schlaganfall: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.

Untersuchung: Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit einer kombinierten Aktionsbeobachtungs- und Bewegungsvorstellungspraxis (AO+MI) auf die Erholung der oberen Extremität nach Schlaganfall anhand randomisierter und nicht-randomisierter kontrollierter Studien.

Ergebnisse: AO+MI verbesserte die Funktion der oberen Extremitäten signifikant mit einem moderaten Effekt. Die Effekte waren unabhängig von Moderatoren wie Alter oder Interventionsdauer konsistent. AO+MI kann als Brücke zwischen Aktionsbeobachtung und der kognitiv anspruchsvolleren Bewegungsvorstellung dienen.

DOI: 10.3389/fneur.2025.1567421

Lee et al. (2024). Comparisons of three different modes of digital mirror therapy for post-stroke rehabilitation: Preliminary results of randomized controlled trial. / Vergleich dreier verschiedener Formen der digitalen Spiegeltherapie zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall: Vorläufige Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie.

Untersuchung: Diese vierarmige, einfach verblindete RCT verglich drei Modi digitaler Spiegeltherapie (unilaterales visuelles Spiegelfeedback mit unimanuellem Training, unilaterales Feedback mit bimanuellem Training, bilaterales Feedback mit bimanuellem Training) mit klassischer Spiegeltherapie bei 35 Schlaganfallpatient*innen. Über 3–4 Wochen absolvierten die Teilnehmenden 15 Einheiten à 60 Minuten. Bewertet wurden Armfunktion, Handaktivität, Sensorik und Lebensqualität.

Ergebnisse: Alle vier Gruppen zeigten signifikante Verbesserungen innerhalb der Gruppe bei Armfunktion (FMA-UE) und Handaktivität (CAHAI). Zwischen den Gruppen wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Digitale und klassische Spiegeltherapie erwiesen sich als klinisch gleichwertig wirksam.

DOI: 10.1177/20552076241260536

Bonnall et al. (2024). Video mirror feedback induces more extensive brain activation compared to the mirror box: an fNIRS study in healthy adults. / Das Feedback durch einen Videospiegel führt im Vergleich zur Spiegelbox zu einer stärkeren Hirnaktivierung: eine fNIRS-Studie an gesunden Erwachsenen.

Untersuchung: Die Studie verglich mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) die zerebrale Aktivierung gesunder Erwachsener während klassischer Spiegeltherapie (MT) und videobasierter Spiegeltherapie (VT). Gemessen wurde die Aktivierung von Precuneus, prämotorischem Kortex und primärem motorischem Kortex. Zusätzlich wurde die Korrelation zwischen Precuneus-Aktivierung und der Qualität der visuellen Illusion untersucht.

Ergebnisse: Videobasierte Spiegeltherapie induzierte eine signifikant stärkere Aktivierung des Precuneus sowie des primären motorischen und prämotorischen Kortex als die klassische Spiegeltherapie. Dies wird auf erhöhte visuelle Aufmerksamkeit und reduzierte interhemisphärische Hemmung zurückgeführt. Die Befunde legen nahe, dass videobasiertes Spiegelfeedback neuroplastische Mechanismen effizienter fördern könnte.

DOI: 10.1186/s12984-024-01374-1

Shafiee, E. et al. (2023). Rehabilitation Interventions for Complex Regional Pain Syndrome: An Overview of Systematic Reviews. / Rehabilitationsmaßnahmen bei komplexem regionalem Schmerzsyndrom: Ein Überblick über systematische Übersichtsarbeiten.

Untersuchung: Diese Meta-Übersicht untersuchte die Evidenz verschiedener konservativer Rehabilitationsverfahren zur Behandlung von Schmerz und Funktionseinschränkung bei CRPS-Patienten anhand von 9 systematischen Reviews.

Ergebnisse: Die qualitativ hochwertigsten Belege stützen die Wirksamkeit von Bewegungsvorstellungstechniken wie Spiegeltherapie (MT) und Graded Motor Imagery (GMI). Es wurden große Effektstärken für die Schmerzreduktion und die funktionelle Verbesserung durch diese Modalitäten berichtet, während die Evidenz für andere physiotherapeutische Verfahren unzureichend bleibt.

DOI: 10.1097/AJP.0000000000001133